roter Punkthmmmm ….

Rubrik:  Allgemein  ·  Autor:  Pfleger M.12. Juli 2006, 00:07 Uhr

Was ja mal echt interessant wär, … oder anders, wenn ich richtig Kohle hätte, würde ich mir was Gutes tun und zusätzlich 2 Wissenschaftlern Arbeit beschaffen. Ich hab da 2 Anliegen.
1. Warum folgt auf einen schönen Tag grundsätzlich ein Scheißtag?
und
2. Warum immer mit derselben Kollegin?
Murphys Gesetz? Eine höhere Macht? George W. Busch?

Kurze Erklärung:
Heute schon wieder Kackheiss. Extreme Schwitzing angesagt. Dann auch mal wieder nur 2 Mann (Frau) im Spätdienst. Unterbesetzung eigentlich. Keine Gruppen oder Spaziergänge heute. Es müssen immer 2 Pfleger/Schwestern auf Station bleiben. Nich mal nen Sklaven am Start. Und dann auch noch mit der Kollegin. Sie ist etwas jünger, aber schwer in Ordnung. Nett halt. Und kein doofes Gequatsche ;) .
Aber immer, wenn wir zu zweit Dienst haben, ist die Kacke am Dampfen. Entweder krampft einer, oder einer entwischt, oder kommt nicht aus dem Ausgang zurück, randaliert a bissi oder stürzt zu Boden, oder …. man dissoziiert, steht also völlig neben sich und ist nicht mehr im “Hier und Jetzt”. Verkennt Personen oder Situationen usw. Klasse!
So heute geschehen. Leider war der Pat. nicht bereit entschprechende, orale Medikation zu sich zu nehmen. Und er fing an um sich zu schlagen. Alsooo, Hilfe von anderen Stationen besorgen, Bett fertig machen, Pat. ins Bett hieven und fixieren, in Anwesenheit des Dienstarztes versteht sich. So weit so einfach. Fakt ist, das Fixieren stieß auf Gegenwehr. Hab mir dabei die Schulter gaaaanz leicht gezerrt, bzw. verkrampft. Unschön, weil Schmerz.
In diesem Zustand dem Pat. intravenös Medikamente (im folgenden Medis genannt) zu verabreichen, gestaltet sich erfahrungsgemäß eher schwierig. Vene finden, punktieren, treffen, bei der Bewegung des Pat auch nicht wieder rausrutschen und dann spritzen. … Macht zum Glück der Arzt.
Wie auch immer, die Medis brachten leider nicht die erhoffte Verbesserung. Der Pat. blieb in dem Zustand des Schreiens und des “Rumwurstelns” im Bett. Nach ca 1 h wurde meine Kollegin ans Bett gerufen. Sie musste erfahren das besagter Pat. sich im Ausgang eine Flasche Hochprozentiges aus russischer Produktion besorgt hatt. Von dem Liter würden jetzt ca 750 ml fehlen.
OHA!
Weiterhin sei es zu einer Einnahme von diversen Pillen gekommen.
Gut zu wissen!
Also ab auf die Intensivstation. Haufen Schreibkram und rumtelefonieren…. Hatte ich erwähnt das zwischenzeitlich ein Zugang auf Station auftauchte? Das lief so nebenbei mit. … Pat. auf Intensiv verlegt und mit der Routinearbeit auf Station weitergemacht.
Pause war natürlich auch nicht viel, weil ständig einer rein und ein anderer raus will. Jedesmal aufschliessen! Und kaum sitzt man wieder und hat sich die Worschtbemme oral eingeführt, kommt einer und sagt: “Ist der XY schon raus? da muss ich fix hinterher.” ………… UNMUT macht sich breit!

Naja, man wird grad so fertig, bevor der Nachtdienst zur Schicht erscheint. Man macht fix Schichtübergabe und dann nix wie raus.

Hab mir anschliessend ne Rehamaßnahme im Biergarten verordnet.

Hat gut getan!

3 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: MBBB am 12.07.2006, 07:42 Uhr

    Aus dem Urlaub zu Hause liest sich das ja amüsant. Aber bei uns ist letztes WE auch ein Patient delirant geoworden. Die konsumierte Alkoholmenge, die er angegeben hatte, hätten wir wohl doch vervielfachen sollen. Der diensthabende Arzt hatte nicht allzu viel Erfahrung und hat die Situation unterschätzt und nicht verlegt. So ist besagter Pat durchs Gelände geirrt und hat die Klinik gesucht und zum Schluß ist er aus dem Fenster des Speisesaals gesprungen, war zum Glück Erdgeschoss. Am nächsten Morgen Kopfschütteln und vorwurfsvolle Blicke des erfahrenen Pflegepersonal. Ich hätte nicht in der Haut des Arztes stecken mögen. Schönen Dienst noch. Soll wieder heiß werden. ich geh erst mal baden…. :grin:

  2. Kommentar: Pfleger M. am 12.07.2006, 10:40 Uhr

    Jetzt bin ich neidisch. Aber ich hab auch frei und einem Bad würde nichts entgegenstehen.

  3. Kommentar: goose am 16.07.2006, 15:19 Uhr

    1. Warum folgt auf einen schönen Tag grundsätzlich ein Scheißtag?
    und

    die welt ist ein ewiges auf und ab. jede welle hat ihr berg und tal & es ist gut so, denn sonst würde man nichtmal mehr merken dass man lebt, wenn alles so gleichförmig wäre (siehe “fight club”).

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