roter PunktWo wart ihr?

Rubrik:  Jetzt mal ernsthaft!  ·  Autor:  Pfleger M.11. September 2006, 10:09 Uhr

Am heutigen Datum werden wir ja 24 Stunden lang mit Gedenksendungen an den Tag vor 5 Jahren erinnert. George W. Bush legt Kränze nieder, N24 nervt mit unglaublich penetranten, unwitzigen Moderatoren und endlosen Newssendungen und auf ZDF kommen (gute) Reportagen. Ich will gar nich darauf eingehen was das mit der Welt gemacht hat. Wieviele Menschen bei diesem extremen Anschlag gestorben sind wurde schon hinreichend berichtet. Was danach an Kriegstreiberei seitens der USA geschehen ist, sollten alle mitbekommen haben. Das die Amerikaner danach diesen unglaublich inkompetenten Präsidenten wiedergewählt haben spricht auch für sich. Was mich wirklich interessiert ist, wie oder wo ihr den Tag erlebt habt?
Ich, für meinen Teil, hatte frei an dem Tag und bin komischerweise früh aufgestanden. Ich muss zugeben das ich fast immer als erstes den Fernseher anmache und ihn den Tag über so vor sich hindudeln lasse. Auf ZDF lief diese Sondersendung. Sah interessant aus. Dann kam auch schon das 2. Flugzeug. Ich sah es live reinkrachen. Da dachte ich noch, was für ein Idiot, wie kann man bitte diese Türme treffen. Sind doch groß genug zum Ausweichen. Als ich ca. 30 Minuten später geschnallt hab das es Absicht war, hab ich erstmal meine Freundin auf Arbeit angerufen, die das alles noch gar nicht so richtig mitbekommen hatte. Als die Türme zusammenbrachen war das schockierend, aber auch unheimlich faszinierend. Was für Bilder. Wenn man da nicht selbst betroffen ist, sieht man das doch mit anderen Augen.
Ich verbrachte den Tag dann fassungslos vor dem TV-Gerät und sah mir die Bilder in der 1000. Wiederholung an. Schon komisch wenn man genau weiß was man an dem Tag vor 5 Jahren genau gemacht hat.
Gestern Nacht habe ich noch eine Dokumentation mit Überlebenden 2er Firmen aus den Türmen gesehen. Fesselnd und beklemmend, wenn man sich denkt, was die erlebt haben müssen.

9 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: Zappelfillip am 11.09.2006, 13:09 Uhr

    Ich saß damals in Weimar in Doreens Wohnung und habe, wie so oft, vorm Rechner gesessen. Frei hatte ich auch - naja Student halt ;) Hinter mir lief, auch wie so oft, der Fernseher. Allerdings war ich Spätaufsteher, sodass - wenn ich mich recht erinnere - mindestens eines der Flugzeuge schon eingeschlagen war. Zumindest den Einsturz der Türme habe ich dann noch live gesehen. Und jetzt sage ich etwas, worüber mancher den Kopf schütteln mag und anderer gleich eins auf die Rübe: Dies im Fernsehen zu sehen, hat mich vollkommen kalt gelassen. Es hat mich überhaupt nicht berührt, außer einer gewissen Faszination, und ich fand den Hype, der darum gemacht wurde, einfach nur furchtbar. Und ich sage auch den Grund - er ist so simpel wie profan: Bei Naturkatastrophen, Erdbeben, Hungerkatastrophen und Bürgerkriegen sterben oftmals zehntausende oder gar hunderttausende Menschen. Und da wurde/wird nie auch nur annähernd so teilnahmsvoll berichtet, wobei ich sie als viel schlimmer empfinde. Eine Nation hingegen, die sich aufgrund ihres weltweit ausgeübten Hochmuts, dieses Unglück zumindest zu großen Teilen selbst zuzuschreiben hat, hält sich mein Mitleid einfach in Grenzen - auch wenn mir natürlich klar ist, dass hinter allen Opfern familiäre Einzelschicksale stecken und das wirklich furchtbar ist. Aber das tut es bei Erdbeben mit hunderttausenden Toten ebenfalls und die erscheinen bestenfalls ein paar Tage in den Nachrichten.

  2. Pingback: Web-Junkies » 9/11 - Five years after am 11.09.2006, 15:37 Uhr

    […] Pfleger M. fragt in seinem Blog »Gedankenkreisen« wo sich jeder von uns zum Zeitpunkt des Anschlags befunden hat. Genau wie er, weiß auch ich noch ganz genau, wo ich beim Einschlag der Flugzeuge war. Ich saß an meinem Arbeitsplatz in der Störungsstelle eines großen deutschen Telefon- und Internetanbieters und habe telefoniert. Aus dem Nichts heraus sagte mir der Kunde plötzlich, dass gerade ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen sei. Es würden Sondersendungen auf allen TV-Kanälen gezeigt. Daraufhin habe ich, nach unserem Gespräch, erstmal das Radio eingeschaltet und mich auf den neusten Stand gebracht. Danach passierte alles Schlag auf Schlag. Die ersten Kollegen schickten Rundmails mit Neuigkeiten und niemand um mich herum telefonierte mehr. Unseren Kunden ging es anscheinend ähnlich, den unsere Warteschleife sank innerhalb von weniger Minuten von über 100 auf 0 Anrufer. Da wir nun mal keinen Fernseher im Büro hatten, versuchten wir uns über Internet-Seiten wie CNN, N-TV und N24 auf dem Laufenden zu halten. Leider ging dies auch in die Hose, weil die Seiten nach kürzester Zeit völlig überlastet waren und so blieb uns einzig und allein das Radio als Nachrichtenquelle. […]

  3. Kommentar: jule am 11.09.2006, 16:16 Uhr

    Ich erinner mich noch ganz genau an den Tag. Meine Schwester war zu dem zeitpunkt in Kanada.
    Jedenfalls hat sie mir eine SMS geschrieben, dass ich schnell mal den fernseher anmachen soll. Vorher hatte ich auf der Startseite von GMX schon gelesen, dass ein Flugzeug ins WTC. Da dachte ich aber noch an die Blödheit eines Piloten….
    TV an und das zweite Flugzeug in den Turm fliegen sehen.
    Auch wenn ich heute noch die Bilder von den Flugzeugen sehe die in die Türme fliegen, bekomme ich einen Kloß im Hals.
    Ich weiß noch, dass ich es als völlig unwirklich empfunden habe damals. Man konnte gar nicht richtig begreifen, dass das wirklich passiert ist… :neutral:

  4. Kommentar: Pfleger M. am 11.09.2006, 16:22 Uhr

    Man konnte gar nicht richtig begreifen, dass das wirklich passiert ist…

    Dieses Gefühl scheint viele zu verbinden.

  5. Kommentar: Äxel am 12.09.2006, 01:03 Uhr

    Ich lag im Halbschlaf auf der Couch des Freundes meiner Schwester. Im Hintergrund lief irgendeine Quizshow auf SAT1, als sie plötzlich von den furchtbaren Geschehnissen unterbrochen wurden. Hatte alles also ab der ersten Minute live mitverfolgt und verbracht den Tag sprachlos, schockiert und entsetzt vor dem TV….ja,wirklich erschreckend, wie genau man sich doch daran erinnern kann….

    Übrigens, dein Blog, meine absolute Neuentdeckung des Tages!!! Gefällt mir. :smile:

  6. Kommentar: ela am 12.09.2006, 09:38 Uhr

    Ich war auf dem Heimweg als es hieß das das WTC offensichtlich einem Anschlag zum Opfer fiel.
    Zuhause habe ih den TV eingeschaltet und sah wie du das 2 Flugzeug live reinkrachen, ich habe das Wozi nicht mehr verlassen….
    Ich war geschockt als ich die Türme einstürzen sah und das Geräusch dabei werd ich wohl nie vergessen.

  7. Kommentar: S7iCkY am 12.09.2006, 22:20 Uhr

    ich war zu der zeit A-los und bin erst so gegen 9 uhr aufgestanden.den Fernseher hab ich a glei angemacht und hab den erstmal so laufen lassen, ich bin erstmal ins bad um mich frisch zumachen. gelegentlich bin ich an meinem Fernseher vorbei und hab da auch gesehn das da irgenwas mit flugzeugen in New York war als ich dann irgendwann fertig war und ich mir mein Frühstück gemacht habe, knallte ich mich vor den Fernseher und dann ist mir erstmal das essen im halse stecken geblieben als ich lesen musste was passiert ist. den weiteren tag hab ich dann im Centra ( war nen alter treffpunkt meines Freundeskreis) verbracht mit meinen freunden. der besitzer hat den Fernseher auf die theke gestellt und wir haben gemeinsam verfolgt was an diesem tag geschehen ist.

  8. Kommentar: Pfleger M. am 12.09.2006, 23:10 Uhr

    Das Witzige ist, so genau kann ich mich wohl offensichtlich doch nicht erinnern, da ich auch dachte es wäre vormittags gewesen. Allerdings ist die geschichte erst am Nachmittag gewesen. Es war ja 9 Uhr in New York, da ist bei uns aber schon früher Nachmittag.

  9. Kommentar: Gina am 13.05.2007, 06:21 Uhr

    ich war zuhause, hatte frei nach ner spätschicht, also spät aufgestanden und hab nachm haarewaschen das tv angemacht. da liefen schon die bilder, immer wieder .. hab dann bei der arbeit anrufen wollen, ob sie mich brauchen können (ich war damals noch im lufthansa callcenter), aber da war kein durchkommen. das einstürzen der türme sah ich dann direkt als es passierte, und dachte “shit, jetzt gibts krieg”. am nächsten tag hab ich ne 11 stunden schicht am telefon gemacht. ausnahmezustand. krass waren die wechsel zwischen anrufen aufgelöster besorgter angehöriger und leuten, die nach ihrem in irgendwo nicht mitgekommenen gepäck fragten oder sich aufregten, dass ihnen meilen noch nicht gutgeschrieben waren … ich hab von diesen tagen viele menschen in erinnerung, die sich aus dem normalen alltag rausgebeamt fanden in eine welt von sorge und ernst, und bei denen das die natürliche menschlichkeit wieder hervorgeholt hat. der effekt hielt aber nicht lange an.

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