Maniker für alle!
Ich habe ja zwischen meinen Urlauben, ja ich fahr schon wieder weg, mal ein kurzes Zwischenspiel auf Arbeit. Das heißt 14 Tage arbeiten und dann schon wieder 14 Tage Urlaub. Ätsch Bätsch. Und im Moment ist arbeiten wieder gut witzig. Dank einer Pat. mit einer Manie wirds nicht langweilig. Eine Manie ist im Groben das Gegenteil einer Depression. So gibt es auch die Bipolare Störung, welche umgangssprachlich auch mal als manisch-depressive Erkrankung benannt wird. Da “schwankt” der Erkrankte zwischen den beiden Zuständen.
So jemand ist eben gerade bei mir auf Station, hat einen täglichen Schlafbedarf von ca 2h und extrem viele, gute Ideen. Zum Beispiel möchte sie nach ihrer Entlassung einen Strandkorb in ihren Garten stellen, da es in St. Peter-Ording ebensolche gibt und es ihr da so gut gefällt. Außerdem steigt sie jetzt bald bei ihrem Sohn, der eine eigene Hausmeisterfirma besitzt, im Management ein. Ich glaube nicht, daß sie dies dem Sohn schon mitgeteilt hat. Auch möchte sie eine Reise für psychisch Kranke an die Nordsee organisieren, da man da so schön entspannen könne. Die Geldmittel werde sie schon auftreiben. Auch eine ambulante Gruppe wäre denkbar. Außerdem macht sie ca. 20 kalender mit Fotos von sich die sie dann verkaufen möchte, wer immer die kaufen will. Auch zieren ihre Zimmertür diverse “Durchhaltesprüche” der Marke “Was du nicht willst das man dir tut, das füg auch keinem andren zu” oder so ähnlich.
All das bekommt man erzählt, ob man will oder nicht. Ob man gerade frühstückt oder auf dem Weg zum Klo ist, ist da auch eher nebensächlich. Aber hey, wir hörens uns doch auch gern an. … Nur nicht die ganze Schicht über, da wird man nämlich weich in der Birne. So gilt es sie ein bißchen auszubremsen. Was allerdings nicht so einfach ist, das sie schon etwas psychiatrieerfahren ist. Aber grundsätzlich ist sie eine nette Frau und so erträgt man es gerne. Eigentlich ist sie sogar richtig knuffig und kann auch mal mitlachen, wenn es mal wieder zu abstrus ist.
Neulich ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, woher ich sie kenne. Sie hat vor ca 2 Jahren mal Urlaub in nördlicheren gefilden gemacht und ist dort von einer ähnlich schlimmen Phase überrascht worden. Da hat sie dann nachts bei uns auf Station, ich hatte Nachtdienst, angerufen und ihr leid in doppelter Geschwindigkeit erzählt. Weit ab vom Schuß war sie mit ihrem Mann in eienr Hütte ohne Strom. Die hat sie dann blau angemahlt, das Benzin vom Boot verbrannt und beinahe die Hütte mit. Das ging die ganze Nacht so. Meiner Herren, der arme Mann.










