roter PunktWie nur?

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.18. Dezember 2006, 10:12 Uhr
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  1. Kommentar: Susanne am 18.12.2006, 10:42 Uhr

    Da hätte ich auch keine Lösung, aber ich denke, man sollte versuchen, echt zu wirken, sich nicht verstellen, vielleicht sagen, dass man dazu momentan nichts sagen kann…

  2. Kommentar: Pfleger M. am 18.12.2006, 15:33 Uhr

    Ja, so hab ich das ja auch gelernt. “Befriedigt” einen aber in so einer Situation nicht annähernd.
    Man ist in der heutigen Medizin oft machtloser als viel Nichtinvolvierte denken.

  3. Kommentar: Mar-Tina am 18.12.2006, 23:14 Uhr

    6 Wochen hat es nur gedauert von der Diagnose bis zum Tod meiner lieben Omi.
    Als sie erfahren hat, dass sie Krebs hat, hat sie aufgegeben. Und ist bald gegangen.
    Dazwischen war das Schwierigste nicht böse auf sie zu sein, weil sie einfach nicht kämpft. Aber sie wollte nun mal nicht.
    Bei ihr zu sein, sie nicht alleine zu lassen, das war wohl das wichtigste und letztendlich auch das einzige war wir für sie tun konnten.

    Vielleicht ist es eine Möglichkeit, zu versuchen, eine Umgebung zu schaffen, die Hoffnung aufleben lässt. Die Platz für Zuversicht gibt.
    Wenn es denn Zuversicht gibt … :neutral:

  4. Kommentar: Pfleger M. am 18.12.2006, 23:16 Uhr

    Mein ehrliches Beileid. Bei meinem Opa hat es doch etwas länger gedauert, und er hat gekämpft und trotzdem verloren, wie so viele.

    Sicher ist es wichtig da zu sein, trotzdem verspüre ich immer eine Hilflosigkeit, die man dann einfach runterschlucken muss. Sonst geht man kaputt. Klappt mal gut, mal weniger gut.

  5. Kommentar: Captain Coma am 20.12.2006, 02:53 Uhr

    Jemand, der diese Krankheit mit so einem rapiden Verlauf hat, gehört niemals in eine psychiatrische Klinik, sondern in ein Hospiz. Vorausgesetzt, die Angehörigen kommen mit dem Sterbeprozess nicht klar, denn ich bin der festen Überzeugung, das man -Vorsicht, das klingt jetzt makaber- am Anständigsten zu Hause stirbt.

  6. Kommentar: Mar-Tina am 20.12.2006, 08:41 Uhr

    @ Captain Coma: Wieso makaber?
    Ich finde, das ist das einzig richtige. Es gibt Momente, da muss ein Mensch gehen. Warum sollte er das in einer fremden Umgebung, mit kalten Wänden und furchteinflößenden Apparaten um sich herum tun?
    Angst macht doch alles nur noch schlimmer.

  7. Kommentar: Pfleger M. am 20.12.2006, 10:43 Uhr

    Jemand, der diese Krankheit mit so einem rapiden Verlauf hat, gehört niemals in eine psychiatrische Klinik, sondern in ein Hospiz. Vorausgesetzt, die Angehörigen kommen mit dem Sterbeprozess nicht klar, denn ich bin der festen Überzeugung, das man -Vorsicht, das klingt jetzt makaber- am Anständigsten zu Hause stirbt.

    Das predige ich jeden Tag auf Arbeit, aber du weißt ja wie das läuft.

  8. Kommentar: Captain Coma am 20.12.2006, 12:25 Uhr

    Oh ja, das weiß ich zu genau ^^

    @ Mar-Tina: das Problem ist doch, das sich viel zu wenige Menschen mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinandersetzen. Und für diese Gruppe klingt mein Spruch dann auch makaber (neben einigen anderen Unanehmlichkeiten, die diese Einstellung zum Tod noch mit sich bringt).

  9. Kommentar: MBBB am 21.12.2006, 10:06 Uhr

    Das schwerste in unseren Berufen ist es, die ‘professionelle Distanz’ zu wahren, ohne die man früher oder später ausbrennt, und trotzdem mitfühlender Mensch zu bleiben. Ich frag mich in so einer Situation immer, welches Verhalten würde ich mir (in der Rolle des Patienten) vom Gegenüber jetzt wünschen? Und das tu ich dann und schau auf die Reaktion, ob es beim Pat. ankommt oder ob ich völlig daneben liege. Dazu gehören auch Betroffenheit und Ohnmachtsgefühle eingestehen, aber nicht fliehen und vermeiden. Das machen nämlich die meisten Menschen und lassen den Kranken allein aus Angst und manchmal auch aus Feigheit… Aber es macht einem zu schaffen, das kann ich dir nachfühlen. Liebe Grüße, auch an die Holde.

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