roter PunktSchöner Urlaub

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.4. Mai 2007, 12:05 Uhr

Wenn man mal weit weg von Zuhause ist und der Partner dann dort das “spinnen” anfängt, ist das schon einen Asbach Uralt wert.
So geschehn vor 2 Tagen auf meiner Station. Ein Ehepaar aus den USA hatten sich die obligatorische Europareise im Ruhestand angetan. Sicherlich aber auch, um ihren, in der Nähe stationierten, Sohn zu besuchen. Dieser sieht allerdings voller Zuversicht seinem 2ten Irakeinsatz entgegen.
Nach 14 Tagen Italy sollten sich nun 2 Wochen Germany anschliessen und natürlich der Besuch des genannten Sohnes. Die Frau war/ist natürlich voller Sorge um eben jenen Sohn, da er ja nun wieder runter muss. Zu den Schurkenstaaten. Leben lassen. Wenns schlecht läuft. Deswegen hat die gute Frau auch 2 Tage nicht schlafen können und fing dann an, ihr Hotelzimmer zu zerlegen. Der Fernseher von Hitachi musst wohl dran glauben und diverse Möbelstücke. Die gerufene Polizei nahm die Beiden mit auf die PI um den Sachverhalt zu klären. Weit kam sie nicht, da sich die Frau lieber mit Jesus und dem Engel in der Zimmerdecke unterhielt, als mit den Beamten. Verständlich, wie ich finde.
Daraufhin wurde sie in unserer Klinik vorgestellt und man entschied das es besser für alle wäre, da zu bleiben. Da die Frau inzwischen unter psychotischen Angstzuständen litt und man nicht für ihre Sicherheit bürgen konnte musste sie leider fixiert werden. Zum Glück nahm sie dann die Medis und beruhigte sich etwas. Ihr Mann allerdings, der doch etwas älter aussah als sie, war natürlich auch etwas ratlos. Beide sprechen kein Wort deutsch, mein englisch ist zwar dank des Urlaubs etwas besser, aber weit weg von perfekt, die Frau liegt im deutschen Krankenhaus, der Sohn muss in den Krieg, und so weiter. In sein Hotel konnte er natürlich auch nicht mehr und so stellte sich die Frage, wo er die Nacht denn nun bleiben könnte. Im Krankenhaus nicht. Dafür war es zu spät. Keiner da den man fragen konnte, wie das gehen würde. Also Hotel suchen. Dienst am Kunde sozusagen. Schnell die Gelben Seiten raus und eine Schlafmöglichkeit in der Nähe gesucht. Aber wie bekomme ich den Mann dahin? Er war mit dem Leihwagen da, also fiel schon mal Taxi aus. Er wäre wohl auch nicht wirklich im Stande gewesen diesem auch nur zu folgen.
Also muss einer mit. Wer wohl?
Rein in den Alfa Romeo und los. Den Weg zum Hotel konnte ich ihm recht einfach beschreiben. Er erzählte derweil ein paar Geschichten aus seinem Leben. Welches Auto er zuhause fährt, was er gearbeitet hat und sowas. Super.
Im Hotel in der Tiefgarage stieß er allerdings an seine fahrerischen Grenzen. Rückwärts einparken. In so’ne Klappgarage.
Nach dem 5ten Versuch kam meine Chance. Mein Angebot, das ich es versuchen sollte, nahm er gerne an und ich zirkelte das Ding in einem Versuch rein. Who’s you Daddy? ;)
Das Einchecken ins Hotel konnte er dann alleine und ich machte mich in Arbeitsklamotte auf den 10 minütigen Heimweg zur Arbeitsstätte. Eigentlich hatte er vor nochmal auf Station zu kommen, aber in meinem Dienst hat er das nicht mehr geschafft.
Mal schauen was aus den Leuten geworden ist. Im Moment hab ich frei. Bin erst am Montag wieder dran.
Lass dich überraschen …. *sing*

3 Kommentare    ·    hier schreiben
  1. Kommentar: alexg-punkt am 5.05.2007, 08:51 Uhr

    Unglaublich, so klein is die Welt. Und der Weg in die Klinik is überall gleich kurz. Schade für die alten Leute, hätte ja eine schöne Reise werden können.
    Da hat Uncle Sam wieder ganze Arbeit geleistet.

  2. Kommentar: Pfleger M. am 5.05.2007, 13:33 Uhr

    Tja, Pech für den Sohn und die Mutter, irgendwie.

  3. Kommentar: Fuchs am 6.05.2007, 22:58 Uhr

    Was du so erlebst…………

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