roter PunktWie nur?

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.18. Dezember 2006, 10:37 Uhr

 

roter PunktInfantil

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.13. Dezember 2006, 11:34 Uhr

Es scheint sich nach ca 10 Jahren in der Pflege ein Grundsatz herauszufiltern. Der “Krankenhausinsasse” benötigt 2 Sachen um relativ glücklich seinen Aufenthalt verleben zu können. Das wären:

1. Das Essen muss schmecken bzw. das von ihm bestllte Essen muss auch wirklich geliefert werden.

und

2. Das Fernsehverhalten sollte nach dem Mehrheitsprinzip gestaltet werden.

Sollen diese beiden Gesetze sträflich mißachtet werden, fällt der Patient gerne mal in, von ihm im Kindergarten, erlernte Verhaltensmuster zurück. Da ist der soziale Hintergrund oder auch die jeweilige Bildungsstufe absolut uninteressant. Man pöbelt, schimpft, beleidingt und frotzelt fröhlich vor sich hin.
Und das nur, weil man sich mit deutlich über 50 Lebensjahren nicht auf ein gemeinsames Fernsehprogramm einigen kann.
Wenn das Essen nicht stimmt bekommen wir es dann ab. Beim Fernsehen bleibt man unter sich.

 

roter PunktMamma!

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.7. Dezember 2006, 18:14 Uhr

Heute wurde mein Chef, als er einem deliranten Patienten den Hintern säuberte, mit folgenden Worten gelobt:

“So sanft, wie du mir den Arsch abwischst, so gut hat das nicht mal meine Mamma gemacht!”

Aber ganz im Ernst. Mit voller Überzeugung.
Ich bin bald abgebrochen. Ein Bild, die beiden über der Kloschüssel.

Brüller!

 

roter PunktVersuchen kann man es ja mal

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.9. November 2006, 07:26 Uhr

Nachtdienst ist für diesen Monat geschafft. War im Großen und Ganzen schön ruhig. Zumindest auf meiner Station. Gegenüber wurde was “geboten”.
Suizidversuche finden am häufigsten im Ausgang statt. Nur ein Bruchteil geschieht auf Station. Und ernsthafte Versuche sind es noch weniger. Aber heute Nacht wurde es probiert. Ist so der schlimmste Fall, nachts und man ist alleine. Die Pat. hat versucht sich mit ihrem Gürtel an der Duschvorhangsstange zu strangulieren. Zum Glück (für Pat. und Kollege) ist die Schnalle kaputtgegangen. Hat das Gewicht wohl nicht getragen. Aber es war kurz vor knapp, da diejenige schon “unter sich gelassen” hatte. Das ist ein untrügerisches Zeichendafür, daß der Versuch wohl ernst gemeint war.
Also kamen diverse Kollegen zuhilfe, da die Betroffene alkoholisiert und unkooperativ war. Als sie fixiert war, schaute dann nochder Anästhesist kurz vorbei, da uns ihre Schnauferei etwas abnorm vorkam. Man weiß ja nie. Der zeigte sich allerdings recht unbeeindruckt und meinte, daß die Pat. eh spinne und das wäre ja kein Notfall. In Zukunft würde es reichen den “normalen” Piepser anzufunken und nicht den für Notfälle. Ja, nee, is klar!?

Jeder hat so seine Sichtweise.

 

roter PunktHimmlische Ruhe

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.7. November 2006, 14:28 Uhr

Im Moment ist es auf Arbeit so ruhig. Ich wills nicht beschreien, oder so tun als würde mich das groß stören. Es kommen auch wieder andere Zeiten. Aber sooo ruhig is auch nix. Gut, ich hab im Moment mal wieder Nachtdienst, da ist es grundsätzlich ruhiger. Aber ein paar Tätigkeiten braucht der Mensch dann doch, sonst geht die Zeit nicht um.
Oder man nickt für 10 Minuten ein. So wie ich gestern Nacht. Passiert mir höchstselten und wenn, dann nur in der ersten Nacht. Die ist die Schlimmste.
Wenigstens kam ne Kollegin der Nachbarstation vorbei, um Tabletten zu kontrollieren und ein kleines Schwätzchen zu halten.
Da verging eine von 9 Stunden wie im Fluge.

*Gähn*

 

roter PunktAdrenalin abnehmend

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.2. November 2006, 17:22 Uhr

Heute musste Kollegen und ich auf einer anderen Station beim Fixieren helfen. Passiert im Durchschnitt so alle Monate 1 mal. Also nicht allzu häufig. Psychiatrie ist eben nicht nur gewaltsames Festhalten und Wegsperren. Ganz im Gegenteil.
Meistens sind wir im Frühdienst dann auch genügend Leute, sodaß es meistens recht gewaltarm abläuft. Trotzdem ist es bei der ersten Fixation, die man erlebt, ein absoluter Adrenalinrausch, zumindest war es bei mir so. Ich war nie einer der sich geprügelt hat. Das verbietet mir schon mein Körperbau und meine Faulheit zu trainieren. Von daher kenne ich Situationen, in denen Gewalt angewendet wird, nicht sooo gut. Zumindest bis ich in der Psychiatrie anfing. Seitdem sind ja nun etwas über 3 Jahre vergangen. Da hat man dann, in einer Akutpsychiatrie, die eine oder andere brenzlige Situation erlebt und/oder mitgestaltet.
Wie gesagt, ging mir da bei den ersten Malen schon ganz schön die Muffe. Aber heute hab ich ganz bewußt wahrgenommen, daß sich das wirklich geändert hat. Ich bin um vieles ruhiger. Nicht wirklich relaxt, das wär übertrieben, aber schon deutlich enspannter. Wie schnell man sich an Anwendung von Gewalt “gewöhnt”.
Seltsam.

 

roter PunktManiker für alle!

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.12. Oktober 2006, 19:37 Uhr

Ich habe ja zwischen meinen Urlauben, ja ich fahr schon wieder weg, mal ein kurzes Zwischenspiel auf Arbeit. Das heißt 14 Tage arbeiten und dann schon wieder 14 Tage Urlaub. Ätsch Bätsch. Und im Moment ist arbeiten wieder gut witzig. Dank einer Pat. mit einer Manie wirds nicht langweilig. Eine Manie ist im Groben das Gegenteil einer Depression. So gibt es auch die Bipolare Störung, welche umgangssprachlich auch mal als manisch-depressive Erkrankung benannt wird. Da “schwankt” der Erkrankte zwischen den beiden Zuständen.
So jemand ist eben gerade bei mir auf Station, hat einen täglichen Schlafbedarf von ca 2h und extrem viele, gute Ideen. Zum Beispiel möchte sie nach ihrer Entlassung einen Strandkorb in ihren Garten stellen, da es in St. Peter-Ording ebensolche gibt und es ihr da so gut gefällt. Außerdem steigt sie jetzt bald bei ihrem Sohn, der eine eigene Hausmeisterfirma besitzt, im Management ein. Ich glaube nicht, daß sie dies dem Sohn schon mitgeteilt hat. Auch möchte sie eine Reise für psychisch Kranke an die Nordsee organisieren, da man da so schön entspannen könne. Die Geldmittel werde sie schon auftreiben. Auch eine ambulante Gruppe wäre denkbar. Außerdem macht sie ca. 20 kalender mit Fotos von sich die sie dann verkaufen möchte, wer immer die kaufen will. Auch zieren ihre Zimmertür diverse “Durchhaltesprüche” der Marke “Was du nicht willst das man dir tut, das füg auch keinem andren zu” oder so ähnlich.
All das bekommt man erzählt, ob man will oder nicht. Ob man gerade frühstückt oder auf dem Weg zum Klo ist, ist da auch eher nebensächlich. Aber hey, wir hörens uns doch auch gern an. … Nur nicht die ganze Schicht über, da wird man nämlich weich in der Birne. So gilt es sie ein bißchen auszubremsen. Was allerdings nicht so einfach ist, das sie schon etwas psychiatrieerfahren ist. Aber grundsätzlich ist sie eine nette Frau und so erträgt man es gerne. Eigentlich ist sie sogar richtig knuffig und kann auch mal mitlachen, wenn es mal wieder zu abstrus ist.

Neulich ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, woher ich sie kenne. Sie hat vor ca 2 Jahren mal Urlaub in nördlicheren gefilden gemacht und ist dort von einer ähnlich schlimmen Phase überrascht worden. Da hat sie dann nachts bei uns auf Station, ich hatte Nachtdienst, angerufen und ihr leid in doppelter Geschwindigkeit erzählt. Weit ab vom Schuß war sie mit ihrem Mann in eienr Hütte ohne Strom. Die hat sie dann blau angemahlt, das Benzin vom Boot verbrannt und beinahe die Hütte mit. Das ging die ganze Nacht so. Meiner Herren, der arme Mann.

 

roter PunktErholung Adé

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.4. Oktober 2006, 15:24 Uhr

Wenn ich einwas nich so mag, dann den ersten Arbeitstag nach einem längeren Urlaub. In meinem Fall sinds diesmal 3 Wochen gewesen. Sich zu motivieren, am ersten Tag “danach” arbeiten zu gehen, gestaltet sich äußerst schwierig. Noch dazu, daß es sich bei mir diesmal auch noch um Nachtdienst handelt. Die am wenigsten geliebte Schicht. Nachts müde rumhocken und anderen Leuten beim Schlafen zuschauen. Gibt Besseres.
Aber das erstaunliche ist, daß man sich sehr schnell, sprich, nach 2-3 Tage an den alten Trott gewöhnt und schneller als man will hat einen der Alltag wieder. Eben noch in Urlaubsstimmung, man hat evtl ein wenig der Grundstimmung des Urlaubslandes mitnehmen können, das Wetter war schön und hier regnets, oder sowas in der Richtung und plötzlich ist man zurück im deutschen Allerlei. Als wär man nie weg gewesen. Sprich, am Donnerstag ist alles wieder beim alten. Ich kenn die Namen der Patienten wieder auswendig und mir ist, als wären die 3 letzten Wochen gestrichen worden. Der einzige Trost ist das Clantreffen am nä. Wochenende.

Notiz an mich: Wurzelpeter im Marktkauf organisieren, 2-3 Flaschen?

 

roter PunktDenkerhusten

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.28. August 2006, 07:37 Uhr

Viele Patienten stehen nachts schon mal gerne zwischen den Schlafphasen auf, um eine zu rauchen. Nich nur, daß ich es ums verrecken hasse mittendrin aufstehen zu müssen, nein, das letzte was mir einfallen würde, wäre, dann eine Zigi zu zischen. Völlig unverständlich.
Nun rauchen psychisch erkrankte Menschen in etwa das doppelte eines Durchschnittsrauchers. Sprich, 2 Schachteln am Tag. (Ist doch viel, oder?) Da bleibt es nicht aus, daß man mal husten muss. Nur husten die dann schon so, als wollte der eine Lungenflügel mal nachschauen gehen ob nich woanders bessere Luft ist. Da tut einem beim hinhören schon der Hals weh. Die Armen können dann aber auch nicht mehr aufhören damit.
Als ich besorgt nach dem rechten schauen wollte und mich ins Raucherzimmer begab, entdeckte ich eben eine dieser Schwerstabhängigen beim ausüben des Hobbys ihrer Wahl.
Auf die Feststellung, daß man bei so einem Husten nicht rauchen sollte, erklärte sie mir in vollem Ernst, daß es daran liegen würde, daß sie raucht und gleichzeitig denkt.
Interessanter Zusammenhang!
Das wäre bei Rauchern so.
Oha!
Man würde dann ja auch den Qualm einatmen. Und dann müsse man husten.

Ja, nee , is klar!

 

roter PunktZwanghaft?

Rubrik:  Neulich auf Arbeit...  ·  Autor:  Pfleger M.31. Juli 2006, 19:56 Uhr

Ich hab doch ne Minute gefunden um was zu schreiben. Arbeit lenkt ab. So auch heute. Zum Glück.

Jeden Montag ist Visite. Um das vergangene Wochenende zu besprechen. Was war los? Wie gings ihnen? Gab’s Probleme? …
Da ich am Wochenende gearbeitet hab, bin ich nicht nur, in dem mir zugeteilten, “Bereich” mitgegangen, sondern bei beiden. Aufgabe der Pflege, bei Visite, ist es dem Arzt evtl. zusätzliche Information zu geben, aber auch selbst nachzufragen etc. pp. Am Ende gibt man dann noch ne kurze Einschätzung. War das echt, was der Pat. gesagt hat? Oder hat man etwas anders empfunden. Nur so kommt ein komplettes Bild zustande. » WEITERLESEN…

 

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