roter PunktBöse Killerspiele

Rubrik:  Philosophische Minute  ·  Autor:  Pfleger M.21. November 2006, 16:15 Uhr

Oh man, als eifriger Daddler bin ich ja interessiert an der Diskussion über diese bösen Killerspiele. Warum? Weil ich nun mal nicht nur Sims und Bubble Bobble spiele, sondern auch recht gern die virtuelle Wumme zücke, um an andere, ebenso gefährdete, Gleichgesinnte eine virtuelle Klatsche zu verteilen.
Sprich, Egoshooter rocken!
Fakt!
Es ist so unsinnig ein Computerspiel als Grund für eine Gewalttat anzuführen, nur weil in beiden Fällen eine Waffe im Einsatz war/ist. Is ja nich mal richtig, denn eine von den beiden Waffen ist ja nicht mal real. Das heißt, nur weil ich Counter strike spiele, weiß ich trotzdem nicht wie eine Waffe korrekt nachgeladen wird. Im Spiel benötige ich dazu eine Taste. In echt wohl doch etwas mehr. Dazu kommt dann noch, daß ich in der Realität (“Die rote oder die blaue Pille Herr Pleger?”) an eine wirkliche 9mm ja gar nicht rankomme. Nich so ohne weiteres zumindest. Sollte man da nich mal hinterfragen, wie der Mensch von gestern an eine 15mm Vorlader gekommen ist? Wie konnte dem schon eine Waffe weggenommen werden und er hatte trotzdem noch eine? Bei jedem Kiffer wird die Bude, nach dem erwischt werden, gefilzt, daß sogar die Frau die allmorgendlich neue Unterhose nicht mehr findet.
Wo ist denn da die Relation geblieben?
Jeder doofe, meistens auch noch ein bayrischer und der CSU angehörender, Politiker schreit jetzt als erstes nach einem Verbot meines Hobbys. So ein Schwachsinn! Als ob es nicht Mittel und Wege gäbe, mir das zu besorgen. Trotz aller Verbote. Wahrscheinlich auch noch kostenlos. Hirnrissig!
Sollte man nich naheliegenderen Defiziten in unserem Bildungs- und Gesellschaftssystems nachgehen?

Isch könnt’ misch uffreche!

Wenigstens sieht es meine Startseite etwas anders. Das tröstet.

 

roter PunktHeimat …

Rubrik:  Philosophische Minute  ·  Autor:  Pfleger M.25. Oktober 2006, 17:47 Uhr

… ist nicht immer Zuhause. Super Wetter. Bekannte Landschaft. Freunde treffen. Schön spazieren gehen.
Ich werde wohl doch alt.
Ist auch OK.
Schönen Tag euch allen.

 

roter Punktgedanken(k)reisen

Rubrik:  Philosophische Minute  ·  Autor:  Pfleger M.7. August 2006, 22:11 Uhr

Im Leben ist es nie gleich. Alles ist immer in Veränderung begriffen. Positiv oder negativ. Auch wenn man es gar nicht merkt oder merken will.
Ich finde das auf eine Art faszinierend.
Wie alles miteinander verknüpft ist.
Wie umständlich unser Leben doch manchmal ist.
Als Kind oder Teenie sieht die Welt so simpel aus. Es gibt eigentlich keine größeren Probleme. Klar hat man auch mal Stress, aber im Grunde genommen nix Weltbewegendes. Auch erscheint mir die Kommunikation damals simpler. Als Kind sagt man sowieso was man denkt. Als Kind verletzt man damit ja auch nicht ernsthaft.
Ganz anders, wenn man älter wird. Da wirds plötzlich kompliziert.
Ich habe, wie sicher jeder, immer gesagt, daß ich nicht erwachsen werden will. Ich war wirklich mal der Meinung, das ginge. Kannste aber knicken. Man kommt ums Verrecken nicht drum rum.
Und auch kommt alles in geballter Form irgendwie. Plötzlich ist alles anders. Und so Anstrengend. Umständlich. Neu.

Und man kommt von dem Gedankenzug nicht mehr runter, wenn der erstmal Fahrt aufgenommen hat.

 

roter PunktHeimat adé

Rubrik:  Philosophische Minute  ·  Autor:  Pfleger M.3. August 2006, 17:19 Uhr

Ich bin in meinen freien Tagen mal wieder in die alte Heimat gefahren. Kopf klar kriegen. Da bin ich einfach mal durch Rudolstadt geschlendert. An der Post vorbei, den Platz, wo das alte Kino war, rechts liegen gelassen, Einbahnstrasse lang bis zum “Bullewar”, an der Deutschen Bank vorbei, dann da wo der alte Fischladen gewesen ist (hat der gestunken!), am Fielmann vorbei, bis zum “Tempo” und noch viiiel weiter. Eigentlich nur noch die 500 m bis zum Ende der Flaniermeile. Is ja auch nich sooo lang. Ganz überschaubar. Dann den Bahndamm zurück.
Wenn ich nachdenke, was für Läden da in der DDR alles waren, bring ich nicht mehr viele zusammen. Vielleicht 4 oder 5. Alles andere ist komplett gelöscht. Auch fühlt sich das, nach fast 10 Jahren, alles “anders” an. Man ist dort eben nicht mehr zuhause. Auch wenns die Heimat ist. Irgendwie ist das Leben dort ganz anders. Früher kannte man jeden mindestens vom sehen. Einmal in die Stadt gelatscht und du musstest 3 Gespräche führen. Heute ertappe ich mich dabei, daß ich immer, auf der Suche nach bekannten Gesichtern, die Gegend scanne. Aber es kommt inzwischen nur ganz selten vor, daß ich wirklich weiß, wer wer ist.
Die Stadt erschien mir früher viel lebendiger. Klar, als Kind sieht man Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel, nicht nur symbolisch gesehen. Meine Kindheit war eigentlich ganz schön. So im Großen und Ganzen. Evtl. belege ich deshalb alles mit einem Schleier aus positiven Gedanken. Aber wenn man mal die Augen schweifen lässt, sind so viele Plätze meiner Kindheit nicht mehr existent. Erschreckend.
Inzwischen wird die 2te von 4 Schulen, die ich besucht habe, abgerissen. Ich war schockiert. Immer mehr verschwindet und sieht ganz anders aus. Da, wo ich meinen Abschluss gemacht hab, steht jetzt ein Kino …. Klasse! Was aus dem anderen Platz wird weiß ich noch nicht. Auch der Friedrich-Jahn-Sportplatz, auf dem wir uns trafen und wo auch mal die Post abging, ist inzwischen platt gemacht worden. Unfassbar. Ist jetzt ein Parkplatz. …
So gehts mir bei vielen Sachen. Plötzlich ist die Straßenführung ganz anders. Einbahnstraßen sind plötzlich keine mehr. Auch immer mehr alte Freunde ziehen weg. Es fehlt immer mehr der Bezug.
Der Lauf der Dinge.
Schade.

Aber trotzdem freut man sich immer wieder, wenn man bekannte Landstriche durchfährt.
Heimat.

 

roter PunktWarum ’s auch Spass macht …

Rubrik:  Philosophische Minute  ·  Autor:  Pfleger M.11. Juli 2006, 00:39 Uhr

Der Montag war ein guter Tag. Irgendwie. Obwohl er beschissen anfing. Schlecht geschlafen. Arbeiten müssen. Null Bock haben bei dem Wetter Spätdienst zu arbeiten. Dann auch noch so schwül-warm draußen. Das T-Shirt klebt schon beim vor-die-Tür gehen sofort am Körper. Man hofft, daß das Deo mitmacht. Es läuft also nur suboptimal.
Aber dann wurde doch noch alles gut. Ich musste mit einem älteren Patienten heute eine kleiner Reise zu einem Unfallchirurgen unternehmen. Der gute Mann leidet an der Parkinson Krankheit (richtig eigentlich Morbus Parkinson). Es sollte allgemein bekannt sein was das heißt. Man ist total bewegungseingeschränkt. Der Körper gehorcht einem nicht mehr. Unkontrollierbares Zittern. Grauenhaft. Bekannte Erkrankte sind Muhammad Ali und Michael J. Fox (der aus Zurück in die Zukunft 1-3).
Naja, der Patient hat versucht sich selbst zu töten. Es ist ihm zum Glück nicht gelungen. Er sieht das heute auch so. Heute, auf der kleinen Reise, hatte ich Gelegenheit mal intensiver mit ihm zu sprechen. Das war einfach schön.
Ein hellwacher Geist im kranken Körper. Ein gebildeter, gesitteter alter Mann, der einfach verzweifelt war und seiner Frau nicht zu Last fallen wollte. Wie frustriert muss man sein, wenn man nicht mehr so kann, wie man will. Wie oft renne ich eine Treppe rauf. Zuhause oder auf Arbeit. Irgendwann ist das einfach nicht mehr möglich. Wie gehts mir dann?
Es ist einfach faszinierend, wie diese Menschen die jetztige Welt und was so passiert wahrnehmen müssen. Als sie jung waren war die Welt so anders. Wie ist sie erst wenn ich mal so alt bin? Werde ich so alt? Will ich so alt werden?
Es ist gut, das ich auch mal mit Fällen zu tun hab, bei denen mal so richtig Hoffnung aufkommt. Endlich jemandem mal wirklich geholfen zu haben. Klingt nach Kitsch, aber, wenn man endlich mal jemanden hat, mit dem man normal, freundlich und mit beiderseitigem Respekt umgehen kann, ist das verdammt viel Wert. Und wenn man dann richtig merkt, dass das Gegenüber wirklich erfreut und dankbar für die Hilfe ist.
Man ertappt sich, das man dann noch freundlicher mit diesem Menschen umgeht. Dabei sollte ich zu allen gleich freundlich sein.

Nochwas:
Alte gepflegte Menschen haben einen ganz eigenen Geruch. Kann ich nich beschreiben. Aber er hat gerochen wie mein Opa.

 

powered by Wordpress
 Anmelden